Dienstag, 27. November 2012

Schwere Themen in Schwermetall



Wenn so eine Metal-Maschine erst einmal wieder richtig ins Laufen gekommen ist, dann passiert so etwas. Schon 1985 gründete sich die Erfurter Heavy-Band Macbeth, kurze Zeit später aber wurde sie von den DDR-Behörden verboten. Erst mit 20 Jahren Verzögerung konnte dann das Debüt „Macbeth“ erscheinen, wenig später folgte „Gotteskrieger“ - und hier ist nun mit „Wiedergänger“ (Massacre Records) schon das dritte Album des Quintetts aus Thüringen.

Ein Koloss aus apokalyptischen Gitarren, Trash-Tempo, erdigem Gesang und ambitioniertem Inhalt, der weit weg ist vom Vampir- und Zauberspruchrock vieler anderer Metalcombos. Stattdessen geht es hier von Anfang ans Eingemachte: „Kamikaze“, wundervoll unterbrochen von einer klassischen Gitarre, holt den Schrecken des „göttlichen Winds“ aus dem Geschichtskeller. Danach hat der Kindermörder Fritz Haarmann zu Drehorgelmusik seinen beklemmenden Auftritt und in „Begraben“ spielt das Quintett um Sänger Olli Hippauf mit dem dunklen Gedanken, wie es wäre, eben dies zu sein. Leicht geht anders.

Hier gibt es schwere Themen zum Schwermetall. Verortet das Titelstück die Ursache für Schmerz und Tod noch im ewig Bösen, das aufersteht, wo Hass und Gier sich regen, wird es in der abschließenden „Stalingrad“-Trilogie konkreter: In „Kanonenfutter“ klingen die Trommeln wie Maschinengewehre, „Untergang“ illustriert mit Doppel-Drum und tiefergelegten Gitarren den Marsch ins Verderben, ehe der Frauenchor Andisleben tröstend einfällt. Das finale „Das Kreuz“ schließlich eröffnet mit zarten akustischen Klängen, taucht ab in völlige Hoffnungslosigkeit und lässt den Hörer schließlich erschlagen zurück. Ein Meisterstück.stk

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