Donnerstag, 8. August 2013

Von Sommermythen und Hitzemärchen

Glaube versetzt bekanntlich Berge, aber im Hochsommer ist er seit einigen tausend Jahren sogar noch zu viel mehr in der Lage. Glaube versetzt ganze Sternenhaufen, gestaltet das All nach dem eigenen Maß und verändert den Lauf der Welten! Nur darum bezeichnen Deutsche, Italiener und Russen die heißesten Tage des Jahres - nach allen meteorologischen Erfahrungen zwischen dem 23. Juli und 23. August gelegen - traditionell als "Hundstage". Sie beziehen sich damit auf das Sternbild Großer Hund, dessen zentraler Stern der Sirius ist. Stehen der leuchtende Sirius, früher auch "Der Sengende" genannt, und der Rest der Hundeversammlung am Himmel, ist nämlich Hochsommer. So zumindest ein fester Volksglaube, der allerdings faktisch schon ein paar hundert Jahre lang nicht mehr zu halten ist. Denn seit der Antike, in der die Hundstage erfunden wurden, haben sich Erde und das lateinisch "Canis Major" genannte Hunde-Sternbild doch ein wenig auseinandergelebt. Statt am 23. Juli gehen Sirius und Co. heute erst am 30. August auf - wenn die einst nach ihnen benannten Hundstage längst vorüber sind und mit ihnen auch die Urlaubszeit. Gut, dass unsere Vorväter wenigstens das vorhergesehen haben. In Russland waren sie nicht ganz so schlau. Dort heißen die Sommerferien bis heute nach dem Großen Hund "Kanikuly". Der erscheint dann, sobald sie vorbei sind. Was man trinken soll - und was nicht
Warum es keine Hitzerekorde mehr gibt
Warum der Kopf auch nicht anders schwitzt
Warum Trockengewitter ein Mythos sind
Warum Eier nicht auf Straßen braten
Warum Urlauber am Strand niemals allein sein können Warum Butter nicht gegen Sonnenbrand hilft Warum die Hundstage immer zu spät kommen Warum Autofahren bei Hitze viel sicherer ist

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