Dienstag, 4. Juli 2017

Separatisten in Nordamerika

Ein Jahr hatten sie sich vorbereitet, eine eigene Armee gegründet und eigenes Geld herausgegeben. Am 4. Juli 1776 war es dann soweit. Der Kontinentalkongress, in dem Delegierte aus den 13 britischen Kolonien Nordamerikas sich zusammengefunden hatten, um die Behandlung der Amerikaner durch die Briten als Bürger zweiter Klasse zu beenden, verabschiedete die Unabhängigkeitserklärung als Dokument des eigenen Willens, sich vom Mutterland in der alten Welt zu lösen und einen eigenen Staat aus der Taufe zu heben.

Thomas Jefferson, Sohn eines Pflanzers und studierter Jurist, hatte die Erklärung geschrieben, mit der sich die Untertanen des englischen Königshauses selbst ermächtigten, ihre Untertanenschaft zu kündigen. Der König, so heißt es da, habe eine Reihe von Rechtsbrüchen begangen, seine Macht missbraucht, Krieg gegen die eigene Bevölkerung in den Kolonien begonnen, die Rechtsprechung behindert und die Bürokratie vergrößert, so dass seinen einst treuen Bürgern das Recht zuwachse, „die staatlichen Bindungen an das Mutterland zu lösen“. Im Namen der Kolonien unterzeichneten 56 Delegierte das Dokument, das damit ihrer Ansicht nach Rechtskraft erlangte.

In London sah man das anders. Seit Monaten schon führten Truppen der Kolonisten und Einheiten des Königs Krieg miteinander, der sich nun verschärfte. Britische Einheiten griffen New York an, die amerikanische Front auf Long Island brach zusammen. Die geschlagenen Reste seiner Einheiten konnte George Washington nach Brooklyn zurückziehen, später flüchtete seine Kontinentalarmee nach Manhattan. Das Kriegsglück wendete sich erst Monate später wieder. Weitere fünf Jahre kämpfen Amerikaner und Briten, schließlich aber auch Franzosen und Spanier weiter gegeneinander, ehe die Briten nach der Belagerung von Yorktown in Virginia kapitulieren und Großbritannien die Unabhängigkeit der Kolonien anerkennen muss.

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