Sonntag, 31. August 2014

Auf frischer Tat

So sieht es aus, wenn man nachts um zwei Uhr nach Hause kommt, die Bodentür offenstehen sieht, hochgeht, einen Einbrecher auf frischer Tat erwischt, zu ihm sagt: "Was machen Sie denn hier", "Weiß nicht, bin betrunken" als Antwort bekommt, ihn fragt, "und wie heißen Sie?", er sagt "Stefan Graf", man sagt: "Mit ph oder f?", während es von unten hochruft "Soll ich lieber die Polizei rufen?", was den Einbrecher veranlasst, die sehr steile Treppe runterzurasen, dabei zweimal schwer zu stürzen und trotzdem auf das hinterhergerufene "Halt" nicht zu reagieren.

Der Typ, hager, braunes, kurzes  Haar grau-blau quergestreiftes T-Shirt mit Knöpfkragen, blaue Jeans mit Löchern, Turnschuhe, Anfang 30 und sichtlich illegalen Drogen nicht abgeneigt, hat eine Uhr mitgenommen, dazu eine Gitarre zertreten und alles, was auf dem Boden lagert, völlig sinnlos durcheinandergeworfen.

Die Polizei kam halb vier, sie haben die Tür fotografiert und den Namen notiert. Viel Hoffnung gebe es nicht, den Täter zu erwischen, sagten sie. Gäbe einfach zu viele Einbrüche im Moment. Es wurden auch keine Fingerabdrücke genommen. Die Polizei meinte, die Nummer, zu sagen, dass man nicht wisse, wie man an den Ort eines Einbruchs gekommen ist, weil man zu betrunken sei, werde von Tätern häufiger genommen.

Wer nicht weiß, wo er war, kann von der Wache gleich wieder nach Hause.

Wir erfuhren zudem, dass wir Glück gehabt haben. Es sei uns immerhin nichts passiert.

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