Samstag, 30. August 2014

Laternenfest: Halle singt im Regen

Am letzten Wochenende im August ist in Halle Laternenfest - und es regnet. Das hat Tradition, ebenso wie das Aufgebot an zahlreichen Künstlern, die zahlreiche Bühnen bespielen. Auf ein stimmiges Programm wird dabei weniger Wert gelegt, auch Interessenskonflikte sind immer eingeplant: So muss Falkenberg am Freitag parallel zu den wiederauferstandenen Karussell spielen.

Der Hallenser überzeugt mit einer umformierten Band, die alte und neue Hits in einem schwer nach Neil Young klingenden Sound interpretiert. Nach Flakenbergs Hinweis, dass es in Halle nie regne,  regnet es prompt, aber nur ganz kurz. Danach singt Halle sein "Wetter"-Lied, ehe eine susi-sonnenscheinartige Moderatorin den Auftritt beendet, indem sie ein paar Flaschen Bier hereinträgt. Halle, stilecht. Weitergesungen wird bei Karussell, die von Bandgründer Wolf-Rüdiger Raschkes Sohn Joe wiederbelebt worden sind.

Reinhard "Oschek" Huth singt immer noch wie zu Zeiten von "Das einzige Leben", neben alten Hymnen wie "Ehrlich will ich bleiben" gibt es neue Stücke, die eher nach Blues-Rap als nach Ostrock klingen. Höhepunkt: Joe Raschke lässt das Publikum "Als ich fortging" singen. Ein Mann vor der Bühne, der aussieht wie Frank-Walter Steinmeier, zückt sein Smartphone und filmt die Ansage, in der Raschke fordert, das Volk solle seine Stimme erheben.

Anschließend dann verläuft sich das Publikum, weil der als Hauptact aufgebotene Tommie Harris mit seinen routiniert abgespulten Bluesstandards - vorgetragen mit offensiv geschwungenem Schnupftuch - nur ein Häuflein hartgesottener Soul-Fans begeistert.

Die tanzen immerhin stoisch, während sich die am Auftakttakt nie sehr gefüllte Wiese langsam leert.

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